Die Aufgaben der Ingenieure:
Hülle und Raum

Die zunehmend differenzierteren Aufgaben für Ingenieure haben zu einer größeren Spezialisierung der Fachbereiche im Ingenieurwesen geführt. Dabei arbeiten Ingenieure heute oft an Schnittstellen zu anderen Disziplinen. Und dennoch bestehen die großen Aufgabenbereiche, welche die Ingenieure im Bauwesen im 19. Jahrhundert besetzt haben, bis heute – Hülle und Raum, Wasser und Energie, Mobilität und Transport. Im Rahmen der Ausstellung “Visionäre und Alltagshelden. Ingenieure – Bauen – Zukunft” wirft Ursula Kleefisch-Jobst in einer kleinen Serie einen Blick darauf.

Das Bedürfnis des Menschen nach Schutz und Sicherheit war der Impuls für die Schaffung eines umbauten Raums: der Urhütte. Private Häuser und öffentliche Räume spiegeln dabei stets die kulturellen und sozialen Ansprüche der unterschiedlichen Gesellschaften wider. Darüber hinaus sind sie aber auch immer Ausdruck des jeweils technisch Machbaren. Mit dem neuen Material Eisen ließen sich vor rund 200 Jahren komplett neuartige Bauwerke für veränderte gesellschaftliche Anforderungen schaffen. Es waren Ausstellungshallen, Bahnhöfe und Flugzeughangars, deren Baukörper sich durch große Spannweiten auszeichneten.

Faserverbundstoffe sind die Zukunft

Heutzutage sind es weniger neue Gebäudetypologien als oftmals kleinere Projekte, die durch experimentelle Herangehensweise zu neuen geometrischen Formen und innovativem Materialeinsatz führen. Mithilfe der Computertechnologie sind individualisierte Bauteile und aufwendig geformte Konstruktionen heute ohne Weiteres möglich. Damit eröffnen sich weitere Wege, um komplexe und äußerst effiziente Strukturprinzipien der Natur nachzuahmen. Es sind Ansätze, die bereits der Architekt Frei Otto in den 1950er-Jahren verfolgt hat. Neuartige Faserverbundstoffe spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine dieser Fasern besteht aus Kohlenstoff; diese Carbonfasern könnten in Zukunft die Bewehrung des Betons mit Stahl ersetzen.

 

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