Die Aufgaben der Ingenieure: Wasser und Energie

Die zunehmend differenzierteren Aufgaben für Ingenieure haben zu einer größeren Spezialisierung der Fachbereiche im Ingenieurwesen geführt. Dabei arbeiten Ingenieure heute oft an Schnittstellen zu anderen Disziplinen. Und dennoch bestehen die großen Aufgabenbereiche, welche die Ingenieure im Bauwesen im 19. Jahrhundert besetzt haben, bis heute – Hülle und Raum, Wasser und Energie, Mobilität und Transport. Im Rahmen der Ausstellung “Visionäre und Alltagshelden. Ingenieure – Bauen – Zukunft” wirft Ursula Kleefisch-Jobst in einer kleinen Serie einen Blick darauf.

Vor rund 150 Jahren gehörten die Abwasserbeseitigung und Trinkwasseraufbereitung in den Städten zu den Herausforderungen für Ingenieure. Heute sind es die knapper werdende Ressourcen, Lösungen für den Klimawandel – zum Schutz vor Starkregen und Hochwasser –, insbesondere aber die Energiegewinnung.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts setzten Ingenieure auf eine Stromgewinnung mittels Großwasser-Kraftwerken. 1895 entstand das weltweit erste Großwasserkraftwerk in den USA: die Niagara Power Station No. 1. Derzeit liefern vermehrt große Windanlagen auf offener See Strom, wobei deren Windräder in immer größerer Tiefe verankert werden. Um die überregionale Energieversorgung auf Basis umweltfreundlicher Technologien zu sichern, erwägt man, die Offshore-Felder vor den Küsten Europas zu einem Netzwerk, einem „Super-Grid“, zusammenzuschließen. Eine Herausforderung für die Zukunft wird dabei der Transport und die Speicherung des erzeugten Stroms sein.

Aufbereitung, Reinigung, Entsorgung

Aufbereitung, Reinigung und Entsorgung von Wasser sind heute wie damals drei zentrale Funktionen der Wassernetzwerke. Hinzu kommt der Umbau nicht mehr genutzter Entwässerungskanäle wie beim Emscher Park im Ruhrgebiet. Hier entstehen neue Landschaften und attraktive Stadträume für die Naherholung, die zugleich klimaregulierend wirken.

Ingenieure widmen sich ebenso den Folgen des Anstiegs des Meeresspiegels. Dabei geht es nicht nur um große Küstenwehre wie das Oosterschelde-Sturmflutwehr in den Niederlanden, sondern auch um Flusswehre. Ein Beispiel dafür ist das Thames Barrier, ein 520 Meter langes Sturmflutsperrwerk in Woolwich zum Schutz Londons.

 

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