Ludwig Mies van der Rohe: biografische Spuren

Die Ausstellungsreihe “Mies im Westen” zeigt Projekte und Bauten von Ludwig Mies van der Rohe in NRW. Darunter sind viele unbekanntere Projekte von Mies, die er in Aachen, Krefeld und Essen entworfen hat. Welche Höhepunkte er in seiner langen Karriere, aber auch persönlich in seinem Leben passiert hat, haben wir hier in einem kleinen, unvollständigen Überblick zusammenstellt.

Über Ludwig Mies van der Rohe ist alles gesagt, oder? 1886 in Aachen geboren, entwickelte er sich zu einem der renommiertesten und bekanntesten Architekten weltweit – mit ikonischen Bauten wie der Neuen Nationalgalerie in Berlin oder dem Seagram Building in New York. Viele Publikationen sind zu seinem Leben und seinen Arbeiten erschienen. Jedoch finden die nordrhein-westfälischen Projekte, mit Ausnahme der Krefelder Villen Lange und Esters, darin erstaunlich wenig Beachtung. Erstaunlich deshalb, weil sich besonders an diesen Projekten sehr eindrucksvoll sein Lebensweg aufzeigen lässt – vom rheinischen Handwerkslehrling über den Bauhausdirektor bis hin zum weltweit agierenden Architekten. Innerhalb der Baukunst des 20. Jahrhunderts spiegeln seine Arbeiten im Nordrhein-Westfalen die Entwicklung vom Jugendstil zum International Style.

Und auch wenn Mies sich von Berlin und Chicago aus zu einem der einflussreichsten Baumeister des 20. Jahrhunderts entwickelte, ziehen sich seine Heimatverbundenheit als „Rheinländer“ in NRW doch wie ein roter Faden durch sein gesamtes Leben und Werk. Er pflegte dortige Netzwerke und arbeitete an etwa einem Dutzend Projekten in Aachen, Essen und vor allem in Krefeld. Viele davon wurden realisiert, manche blieben Vision, andere wurden zerstört.

Maria Ludwig Michael Mies – Ludwig Mies van der Rohe

 

Aachener Jahre

  • 27. März 1886: Geburt in Aachen als Maria Ludwig Michael Mies;
    Sohn des Steinmetzmeisters Michael Mies und Amalie Mies (geb. Rohé)
  • Besuch der Domsingschule
  • Besuch der Gewerbeschule und Kunstgewerbeschule Aachen
  • Mitarbeit in mehreren Baugeschäften, darunter beim Architekten Albert Schneiders
  • 1905: Umzug nach Berlin

 

Chicagoer Jahre

  • 1938 – 1958: Direktor an das Armour Institute of Technology
  • 1944: Erwerb der amerikanischen StaatsbürgerschaftGründung und Leitung eines viel beschäftigten Architekturbüros
  • Zahlreiche Auszeichnungen in den USA, Deutschland und anderen Ländern
  • 17. August 1969: Tod in Chicago

 

Internationale Projekte

  • 1908 – 1909: Wohnhaus für Alois Riehl in Potsdam-Babelsberg
  • 1921: Entwurf für ein Hochhaus an der Friedrichstraße in Berlin
  • 1925 – 1927: Haus Wolf in Guben (heute in Gubin, Polen)
  • 1926 – 1927: Leitung der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Stuttgart; Wohnblock für die Weißenhofsiedlung
  • 1929: Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona
  • 1930: Villa Tugendhat in Brünn (Tschechien)
  • 1931: Haus auf der Deutschen Bauausstellung in Berlin
  • 1941 – 1958: Masterplan und Hochschulbauten für den Campus des Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago
  • 1945 – 1951: Farnsworth House in Plano (Illinois)
  • 1948 – 1951: 860-880 Lake Shore Drive Apartments in Chicago
  • 1954 – 1958: Seagram Building in New York City
  • 1955 – 1958: Lafayette Park in Detroit
  • 1956 – 1959: S. R. Crown Hall (IIT) in Chicago
  • 1958 – 1961: Bacardi Bürogebäude in Mexico-Stadt
  • 1962 – 1968: Neue Nationalgalerie in Berlin

 

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