Informelle versus verregelte Strukturen: offen und geschlossen

Die Ausstellung „Planetary Urbanism + Learning City Gelsenkirchen“ umfasst sechs Themen, die auf dem Wettbewerb „Planetary Urbanism – Kritik der Gegenwart“ basieren. Hier ein Blick auf Thema III – „Informelle versus verregelte Strukturen“.

In Städten herrscht eine Trennung von öffentlichen und privaten Aufgaben. Bürokratische Regeln und die Verwaltung prägen sowie ordnen das Zusammenleben. Dies bietet eine gewisse Planbarkeit und Sicherheit. In ungeplanten Siedlungen an den Rändern von Megacities, die sich weitestgehend unkontrolliert vergrößern, ist dies jedoch anders. Wo es eben keine öffentliche, kommunale Zuständigkeit gibt, die fließendes Wasser und Stromversorgung sicherstellt, eine Kanalisation betreibt oder die Müllentsorgung organisiert.

Die Ausstellungsbeiträge zeigen, wie sich unabhängig von der geregelten Verwaltung, Nachbarn gegenseitig helfen und Stadtteile selbst organisieren. Sei es bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit, aber auch ganz praktisch: Wie komme ich von A nach B, wenn ich kein öffentliches Verkehrsmittel nutzen kann und es keine befestigten Straßen gibt? Oder wenn Menschen neben geplanten Stadtvierteln eigene Wohn-Entwürfe „einfach“ in die Realität umsetzen. Vergessen werden sollte dabei nicht, dass dieses pragmatische Handeln auf der existenziellen Notwendigkeit fußt.

 

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